Über uns

 

Uns alle eint die Erfahrung, dass der Kinofilm und seine Vermittlung sich in besonderem Maße eignen, um Jugendliche, Lehrkräfte, Schulen, Bildungsbehörden und Filmschaffende aus verschiedenen Regionen Europas in einen grenzüberschreitenden Dialog miteinander zu bringen. Am 22.2.2017 haben wir den Verein KINEMA gegründet – ein Signal für die Bedeutung von gelebter Völkerverständigung im Zeitalter der Renationalisierung und ein Zeichen dafür, wie groß der Rückhalt für das Kooperationsprojekt KINEMA des Niedersächsischen Kultusministeriums ist. 

Ziel des neuen Vereins ist, den integrativen Ansatz von Filmbildung und interkulturellem Dialog für Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulen, Schulpartnerschaften und Filmvermittlern zu begünstigen. Der Verein will zugleich ein Signal an die niedersächsische Bildungspolitik senden: es gilt, diesen Ansatz dauerhaft zu fördern und ihn weniger empfindlich für politische Schwankungen zu machen. Der Verein möchte damit die Maßnahmen des Kultusministeriums ergänzen und durch zusätzliche Angebote ausweiten.

„Damit verbunden ist auch ein deutliches Bekenntnis zur bildungspolitischen Verantwortung für die Förderung der Vielfalt europäischer Sprachen und Kulturen sowie für das interkulturelle Lernen,“ so die erste Vorsitzende des neuen Vereins Dr. Irmtraud Gratza-Lüthen, Schulleiterin am Gymnasium Bad Nenndorf.

Bereits heute können sich die Aktivitäten unter dem Label KINEMA sehen lassen: Alljährlich bringt das KINEMA Projekt des Niedersächsischen Kultusministeriums rund 450 Schülerinnen und Schüler, 24 Lehrer aus 24 Schulen aus Frankreich und Deutschland zusammen mit sechs Künstlern aus dem Filmbereich. Fünf verschiedene Bildungsbehörden aus beiden Ländern arbeiten im Hintergrund zusammen. Vom Filmworkshop bis zur Lehrerfortbildung reichen die Aktivitäten.  Im vergangenen Jahr feierte der Deutsch-französische Jugendpreis KINEMA, ein öffentlichkeitswirksamer Baustein des Filmbildungsprojekts, sein 10-jähriges Jubiläum auf dem Braunschweiger Filmfestival. Was zunächst auf die beiden Partner Deutschland und Frankreich beschränkt war, dehnt sich nach Osten aus: Polen, vertreten durch die niedersächsische Partnerregion Niederschlesien, ist vor zwei Jahren hinzugestoßen. „Damit ist ein interkulturelles Projekt im Geiste des Weimarer Dreiecks entstanden, das immer wieder neu der politischen Unterstützung bedarf,“ so Johannes Wilts, KINEMA Projektleiter im Auftrag des Kultusministerium.

MdL Christoph Bratmann: „Das Land Niedersachsen liegt, seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West nicht mehr am Rande, sondern im Herzen Europas. Es versteht sich als weltoffenes Land, das großen Wert auf die Pflege internationaler Beziehungen legt. Eine besondere Rolle spielen dabei die Partnerregionen Niedersachsens in Ost und West. Im Zusammenspiel mit diesen Partnern kann europäische Verständigung für Jugendliche konkret erfahrbar werden. Die besondere Herausforderung für uns in Niedersachsen besteht dabei darin, Brücken zu verschiedenen europäischen Partnern in Ost und West zu bauen und dafür Sorge zu tragen, dass über die bilaterale Verständigung hinaus Prozesse der multilateralen Verständigung angestoßen werden, in denen jeder Partner eine Rolle findet, die seinen bildungspolitischen Voraussetzungen und Bedürfnissenentspricht“. Bernd Wolter, Geschäftsführer des Film- und Medienbüros Niedersachsen ergänzt: „Film ist für Jugendliche des 21. Jahrhunderts das Leitmedium. Als Vertretung der Filmschaffenden Niedersachsens unterstützen wir den KINEMA Verein, weil hier aktiv Medienkompetenz vermittelt wird. Junge Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen kommen zusammen und drehen gemeinsam Filme und entdecken dabei Gemeinsames und Trennendes – ein ebenso spannender wie lehrreicher Austausch.